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Samstag, 31. Dezember 2016

30.12.2016 Weltmeisterliches in Beaver Creek

Birds of Prey in der Mitte, Grouse Mountain rechts

Nach dem gestrigen tollen Skitag steht heute Beaver Creek auf dem Programm. Wer erinnert sich nicht an die Ski Weltmeisterschaften mit den Speedrennen auf der Birds of Prey, 1999 mit diesem unglaublichen Zweikampf zwischen den Giganten Hermann Maier (Gold in Abfahrt und Super G) und Lasse Kjus (Gold im Super G und Silber in der Abfahrt, dazu noch Gold im Riesenslalom und Silber im Slalom, die beiden letzten Medaillen allerdings in Vail) und 2015, als alle Rennen in Beaver Creek ausgetragen wurden, mit dem Sieg von Patrick Küng (und dem Duell zwischen Tina Maze und Anna Fenninger)? Genau an diesen skisporthistorischen Ort wollten wir also. Und so gab ich "Beaver Creek" ins Navi ein und das führte und direkt an das Gate am Eingang zum Beaver Creek-Resort und zu dieser netten Dame, die uns erklären wollte, wo wir parkieren konnten. Gefunden haben wir am Ende ein Valet Parking für 50$ pro Auto, immerhin mit dem Sessellift gleich nebenan.
So sieht ein Parkhaus aus hier

Das Skigebiet von Beaver Creek besteht grob betrachtet aus zwei Bergen: Dem Arrowhead oder Bachelor Gulch Mountain mit mehrheitlich milden Pisten und dem Beaver Creek Mountain mit der Birds of Prey und sonst noch einigen hammerscharfen Abfahrten dort, wo die beiden Berge miteinander verbunden sind.

Noch immer ein bisschen geschockt von diesem Parkerlebnis besuchen wir zuerst den Arrowhead. Sanfte Abfahrten führen durch Aspen Trees hinunter nach Avon und ins beschauliche Arrowhead Village, immer mit dem Blick in das Tal des Eagle River.  Ein guter Einstieg, denn nachdem wir die Handvoll Lifte auf der einen Bergseite abgefahren sind fahren wir um den Arrowhead in Richtung Bird of Prey und erblicken dort einen der aufregendsten Talkessel, den ich je im gesehen habe: Drei Lifte erschliessen in einem Radius von 270° steile, von vielen Pisten durchsetzte Hänge: Richtung Westen der Larkspur, Richtung Süden der Grouse Mountain und Richtung Osten der Birds of Prey. Alles tolle tolle Skiberge, die sich hier gefunden haben. Leider ist die Birds of Prey noch immer nicht befahrbar, die Absage der Weltcuprennen Anfang Dezember sind also nachvollziehbar. Etwas überraschend sehen wir vom Sessellift aus, dass sich im Bereich der "Pete's Arena"ein Schneebrett gelöst hat - zu viel Kunstschnee? Doch nicht nur an diesen Liften bietet das Skigebiet Beeindruckendes, auch am Rose Bowl Lift und vom Centennial Lift aus gibt es zahlreiche tolle Abfahrten. Wir sind begeistert über das Gebiet, die langen Lifte und die vielen Höhenmeter, die hier möglich sind, und haben bereits vergessen, wo wir gestern tagsüber Skifahren waren. Beckenried?
Abfahrt? undenkbar



Beaver Creek ist meiner Meinung nach das beste Gebiet hier, auch wenn die frühen Liftschlusszeiten (z.T. bereits um 3.00!) das Bild ein bisschen trüben.
Grouse Mountain
Bachelor Gulch
Bachelor Gulch
Blick nach Arrowhead Village
Aspen Trees 

Lifte Beaver Creek (12)
Elkhorn, Lower Beaver Creek Mountain, Bachelor Gulch, Arrow Bahn, Upper Beaver Creek Mountain, Larkspur, Grouse Mountain, Birds of Prey, Cinch, Centennial, Rose Bowl, Strawberry

Freitag, 30. Dezember 2016

29.12.2016 Breckenridge (Day) und Keystone (Night)



Strahlend blauer Himmel und -10° Celsius begrüssen uns heute Morgen vor dem Motel, wo wir uns zur Fahrt nach Breckenridge treffen. Wir sind nicht die einzigen auf dem Weg in diesen berühmten Ort, die Schlange vor der Gondelbahn entsprechend lang - ein Vorgeschmack auf die Wartezeiten am Berg.
Vorne rechts müssen wir hin. 

Das Skigebiet verfügt über fünf Peaks, die mit Peak 6 bis Peak 10 benannt sind. Der grösste Teil liegt im Wald, Peak 6 und Peak 8 liegen oberhalb der Waldgrenze und bieten deshalb einiges offenes Terrain. Die Bergstation des Lifts Peak 8 liegt zudem auf 3914 Metern über Meer und damit 30 Meter höher als das Kleine Matterhorn, obwohl es hier alles andere als hochalpin aussieht. Die Pisten sind in der grossen Mehrzahl flach und einfach, an Peak 6 aber haben wir gegen Ende des Tages dann doch noch Gefallen gefunden. Und ganz zum Schluss haben wir es sogar noch auf die Talabfahrt hinunter zum Parkplatz geschafft. Dennoch: Wir haben uns mehr erwartet von Breckenridge. Einiges mehr.

Mein Höchstes bis jetzt.

Einen Skunk haben wir auch noch entdeckt....



Um auf unsere Skikosten zu kommen fahren wir deshalb nach Keystone, wo nach einem Teller Spaghetti Nachtski angesagt ist. Zwei Lifte bedienen eine ganze Reihe an Abfahrten (12km sollen es sein). Wir geniessen die Faszination des Skifahrens auf beleuchteten Pisten über den Lichtern von Keystone. Der Rückweg zum Auto führt durch das Village, das uns mit seinen Lichtern, Restaurants und offenen Feuerstellen, an denen man sich wärmen kann, verzaubert. Wir sind uns alle einig: Keystone ist ein charmanter Ort, der uns Gutes getan hat.
Keystone
Breckenridge (12)
Gondelbahn: Gondola
Sessellifte: Independence Super Chair, Imperial Express Super Chair, E Chair, Falcon Super Chair, Beaver Run Super Chair, Peak 8 Super Connect, Rocky Mountain Super Chair, Zendo Chair, Kensho Super Chair, Colorado Super Chair
Skilift: T-Bar

Keystone (neu): 2
Gondelbahn: Gondola
Sessellift: Peru Express

Donnerstag, 29. Dezember 2016

28.12.2016 Wintertag in Keystone & A-Basin

Ende eines tollen Wintertags in A-Basin

In der Nacht hat es zu schneien begonnen, nicht viel. Und zu winden, das schon mehr. Zu viel auf jeden Fall für die Gondelbahn in Keystone, dem ersten Skigebiet, das wir heute besuchen (rund 15 Minuten Fahrt von Frisco entfernt): Die Gondelbahn stellt just den Dienst ein, als wir sie besteigen wollen. Wir stellen uns mit Hunderten anderer Wintersportler an den Sessellift an, für den hats zu wenig Wind. Immerhin kommen wir so nach oben.
Von wegen, bei solchem Wetter habe es weniger Leute...
Keystone ist verglichen mit Vail ein kleineres Gebiet, das sich über drei Berge und zwei Canyons bis zum Outback (3650m) hinzieht. Es bietet wenig offenes Terrain, dafür einige schöne, wenn auch nicht zu anspruchsvolle Abfahrten. Treeride gibts ganz hinten am Outback, Cat Ski in die Bowls gäbe es auch, allerdings hats dort den ganzen Schnee weggeblasen. Wir vergnügen uns für ein Paar Abfahrten am Outback, bevor wir uns wieder zurückhangeln und in Keystone Village Pasta essen gehen. Keystone macht Spass, bietet aber aufgrund der Topographie und dem dichten Wald nur wenig Optionen.
So sieht das aus in Keystone.

und so.

Wir fahren weiter nach Arapahoe Basin oder A-Basin, nur 10 Minuten von Keystone entfernt. Dort sollen die Einheimischen fahren, während die anderen Gebiete voller Touristen sind - so wurde mir das auf jeden Fall erzählt. So hat A-Basin kein Hotel - aber jede Menge baumfreies Gelände. Trotz starken Windes fahren wir ganz hoch und in die Montezuma Bowl auf der Rückseite des Gebiets. in der es den Schnee jedoch ziemlich verblasen hat. Dennoch gefällt das kleine, offene Skigebiet am Fuss einiger felsiger Gipfel, es hat nach den Hügeln der letzten Tage was Alpines. Höhepunkt an diesem verschneiten Wintertag ist dann die Abfahrt am Pallavicini-Lift: Steil, durch Couloirs und Wälder, eine Abfahrt, die uns an unsere Jugend erinnert, als wir uns an ebensolchen Wintertagen unbeeindruckt vom Wetter im Schneetreiben vergnügten, bis die Lifte zusperrten. Genau das widerfährt uns genau danach, denn um 3.30 pm wird dieser Lift zugesperrt. Schade. Und warum eigentlich schon?

Ein Kassenhaus wie eine Tribüne. So muss es sein.
Playground am Pallavicini

 Keystone (6)
Summit, Santiago, Outback, Wayback, Ruby, Argentine

A-Basin (5)
Pallavicini, Lenawea Mountain, Montezuma, Black Mountain, Holly Hogan

27.12.2016 Vail

Die nächsten Vonns und Shiffrins stehen bereits in den Starthäusern
Vail ist der wichtigste Player im Nordamerikanischen Skitourismus wenn man es so sehen will, dass Vail Resorts Inc. diverse Skigebiete besitzt (darunter auch Park City und Whistler), Vail/Beaver Creek der häufigste Ausrichter von Skiweltmeisterschaften in der Neuzeit war: 1989, 1999 und 2015, dass Lindsay Vonn hier zu der noch besten Rennfahrerin aller Zeiten ausgebildet und Michaela Shiffrin, die Vonn wohl dereinst ablösen wird, hier geboren wurde. Alleine dieser Palmares rechtfertigt die 189 $ für eine Tageskarte. Doch dafür bekommt man neben dem Prestige auch einen Gegenwert in Form eines tollen Skigebiets, und das scheinen viele so zu sehen, denn es wimmelt nur so von Wintersportlern an der Front de Neige. 

Gestern Abend habe ich für den Rest meiner Skitage in Colorado Verstärkung aus LA bekommen, worüber ich mich sehr freue. Nachdem wir alle mit Epic-Pässen ausgestattet wurden besteigen wir den Born Free-Express Lift und starten unsere Reise durch das Skigebiet von Vail, das zum Ort hinunter von drei Bergstationen aus breite und schön geneigte und coupierte Abfahrten mit bis zu 930 Höhenmetern bietet, auf der Rückseite die berühmten "Back Bowls", einen grossen Playground mit weitgehend baumfreiem Off Piste-Terrain und auf der den Back Bowls gegenüberliegenden Talseite wiederum das Blue Sky Basin mit tollem Treeride-Gelände. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Terrains habe ich Vail nicht gegeben, zumal der "Berg" vom Tal aus unspektakulär aussieht: Bergmerkmale wie Felsen sucht man an diesen bis zu 3400 Meter hohen 'Hügeln' vergebens. Dafür findet man eben tolle und lange Abfahrten. Und auf den Slow Zone-Pisten eine Art Pistenpolizei, welche diejenigen notiert, die in den markierten Langsam-Zonen zu schnell fahren. Und auf der letzten Talabfahrt gleich drei (!) Unfälle. Vielleicht die Höhe, die doch spürbar anhängt? Wir wünschen gute Besserung und fahren zurück nach Frisco.

Game Creek
eine der Back Bowls vorne, Blue Sky hinten
Da haben wir uns noch gefragt, weshalb die so viele Schlitten hier haben....
Vielfältige Abfahrten in Vail (sogar mit dem Lift)
Anderes Wetter zieht auf
Die halten hier Schnellfahrer tatsächlich an.
Thanks for a great Skiing Day, Vail
Lifte Vail (13)
Born Free, Pride, Game Creek, High Noon, Sun Up, Skyline, Earl's, Pete's, Tea Cup, Orient, Riva Bahn, Highline, Northwoods

Mittwoch, 28. Dezember 2016

26.12.2016 Schwedisches in Steamboat Springs


Four Points Lodge
Einfahrt in das Westernstädtchen Steamboat Springs

Auch Steamboat Springs trägt einen dieser schillernden Namen – nur weiss ich nicht mehr genau weshalb. Wegen der Weltcuprennen 1989 und 1990? Hat sich der Name deshalb so eingeprägt? Wegen des Telemarkweltcups, der 2017 hier Station macht, kann es nicht sein.

Noch etwas Skandinavisches

Telemarker hat es hier viele - aber das ist nicht das einzige, bei dem mit das Skigebiet vorkommt wie ein etwas zu gross geratenes, aus Schweden importiertes Skigebiet. Die Abfahrten sind mehrheitlich einfach, ausser Sundown, Thunderhead und Storm Peak ist das alles äusserst mittelprächtig. So bleibt denn nichts anderes als Liftesammeln und das Wissen, dass dies das teuerste Skigebiet ist, in dem ich je war: Eine Tageskarte kostete heute 165 (Eins-Sechs-Fünf) Dollar! (Gut habe ich M.A.X. ) Das war also der Einstieg in Colorados Skigebiete. Ich denke mir: "Das kann ja nur besser werden!" und nehme voller Vorfreude die nächsten 90 Meilen in Angriff, die mich ins Herz des Colorado-Ski bringen sollten. Auf nach Frisco.
Neues Deckblatt für das Comeback - Spezialgruss nach zweimal Osten!
Burgess Creek - eine der grösseren Kreuzungen hier

Viele Pisten in den Wald geschlagen (165 total - pro $ eine)
Talabfahrt, was vom Besseren

Das ganze Gebiet auf einem Blick.

Lifte Steamboat (16)
Gondelbahn: Gondola
Sessellifte: Pony, Bar Ute, Storm Peal, Four Points, Morningside, Burgess Creek, Sunshine Express, South Peak, Sundown Express, Elkhead, Thunderhead, Bashoe, Christie Peak
Skilift: Roughrider
Den Bergen entgegen.

Montag, 26. Dezember 2016

25.12.2016 Utah-Powder in Snowbasin

Gut getarnt meine weisse Kutsche
Am Weihnachtstag beim Blick aus dem Fenster: Weiss weiss weiss. Er ist also doch gekommen der Schnee, was mich angesichts der Dramatik, mit welcher der Winterstorm in den Medien angkündigt und kommentiert wurde, nicht gerade ruhiger werden liess: Zuerst wollte ich Snowbasin besuchen und dann standen 340 Meilen Fahrt bis zu meinem nächsten Ziel an, das alles ohne Winterreifen (ja, ich vertraue den All-Seasons noch immer nicht) - da brauche ich den vielen Schnee nicht gerade.

Doch zu meinem Erstaunen erreiche ich Snowbasin mühelos - ein Skigebiet ohne Hotel, das 2002 die olympischen Speed-Disziplinen beherbergte. Auch wenn wir Schweizer das wohl gar nicht wahrgenommen hatten damals, aber 2002 wurden auch Speed-Rennen ausgetragen. Super-G Olympiasiegerin wurde übrigens Daniela Ceccarelli, der viel zu spät dieses Lied gewidmet wird:


Snowbasin - Utah's best kept secret - wurde mir gegenüber von vielen als Lieblingsgebiet bezeichnet. Die eine Aussage, dass die Szenerie beeindruckend sei, konnte ich nicht überprüfen, aber die andere, dass die Lifte lang und damit viele Verticals möglich seien schon: Dass gleich 3 Lifte über 700 Meter Höhenunterschied bewältigen ist hierzulande tatsächlich was besonderes. Besonders waren für mich auch die Schneemassen. Den ganzen Besuch hinweg habe ich mich gefragt, wann ich das letzte Mal so im Tiefschnee steckte .... kann mir jemand helfen?

Strawberry Gondola
Das Gebiet selbst besteht aus 3 Sektoren: Strawberry-Peak wird durch die gleichnamige Gondel erschlossen und bietet wirklich zahllose Routen, dann gibts einen Mittelteil mit eher leichteren Hängen und dann den Renn-Bereich mit den Strecken Grizzly und Wildflower Downhill, also eher steileren Sachen. Das brauchte es auch, etwas Neigung, denn die knietiefe Powder war nicht ganz so leicht, wie ich mir das vorgestellt hatte. Vielleicht wars zu warm? Der viel gepriesene Utah-Powder ist zwar schön, kann aber nach meinen nun gemachten Erfahrungen bei weitem nicht mit dem von Niseko mithalten - Sorry for that Utah!
Da schau mal einer an - ein Drink nach Wahl für die Erste/den Ersten, der den Fehler (naja, nicht alle werden das als Fehler interpretieren) findet.

Dennoch: Snowbasin ist ein tolles Powdergebiet und heute definitiv die richtige Wahl (ark City/Canyons oder Deer Valley z.B. wärens heute nicht gewesen, weil dort zu wenig Terrain zur Verfügung steht). Nachdem ich den Schnee von den Ski geklopft habe steige ich ins Auto und nehme die 340 Meilen unter die Räder und verlasse Utah in Richtung Colorado, erst ein bisschen mit Schnee, dann ein bisschen mit Whiteout, dann ein bisschen mit Black Ice - aber am Ende ohne Probleme.

Lifte Snowbasin (7)
Gondelbahnen: Needles, Strawberry
Sessellifte: Little Cat, Becker, Middle Bowl, Porcupine (lange kalter Sauhund - Tomamu lässt grüssen), John Paul
Erspart die Flugreise

Sonntag, 25. Dezember 2016

24.12.2016 Die Skifahrer hier (special)

Auf der Reise durch die Skigebiete hier durfte ich eine Vielzahl an Menschen kennen lernen - auf dem Sessellift, in der Gondelbahn. Noch nie habe ich beim Skifahren so viele Gespräche geführt. Das liegt wohl daran, dass die beim ersten Wort, das ich von mir gebe merken, dass da einer von weit weit weg herkommt. 

Sundance
Der Anwalt, der eigentlich Geld damit verdient, indem andere ihre Risiken nicht richtig einschätzen – der selbst erst seit 10 Jahren Ski fährt und eigentlich Angst hat davor, aber dennoch eine solche Freude dabei, dass er es trotzdem tut.

Alta
Der Telemarker (sicher Ü60), der eigentlich in Park City lebt und dort Schweizer Freunde hat, die aufgrund ihrer Frauen in den USA geblieben sind, der im Februar zu Freunden nach Europa zum Skifahren fährt (St. Anton, St. Moritz vielleicht noch Zermatt, Verbier und sicher noch Courmayeur und Chamonix) und im August zu Freunden nach Chile, der von sich selbst sagt, „I am a professional guest“, und der auch meint, Utah habe den tiefsten Skifahreranteil an der Gesamtbevölkerung, weil die Mehrheit der Bewohner Utahs Mormonen seien, die so viele Kinder hätten, dass sie sich Skifahren nicht leisten können.

Brighton
Die Mormonen-Missionare (Vater und Sohn), die in Europa gelebt (missioniert) haben, in Italien und Frankreich Ski gefahren sind und bald wieder dorthin möchten.

Der Langläufer aus Park City (1/4 Schweizer), dem Skifahren zu langweilig ist, und der deshalb nur Tempofahrten durch die Bäume am Great Western Express macht – und es hoffentlich noch einmal auf den Lift geschafft hat (wir haben uns um 15:47 oben verabschiedet)

Park City/Canyons
David aus Chicago, Bierbrauer http://www.maplewoodbrew.com/ und Teilzeit-IT-Consultant und East Coast Skifahrer, der mich ein paar Abfahrten begleitete – thanks for the rides, David!

Der Managing Director von Commodity Futures Utah, der mir eine Vorlesung über Commodities gehalten hat, dann auf die 46%-over-average-ratio seiner Anlagen  hinwies am Ende der Liftfahrt noch Werbematerial zusenden wollte. Der aber auch meinte: „Canyons is skiing with some houses, but Deer Valley is real estate with some skiing“

Powder Mountain
Die deutsche Familie, die in San Diego lebt und Mammoth Mountain an den Feiertagen und Wochenenden einfach zu überfüllt findet. Aber weil der Sohnemann Mitglied ist im dortigen Skiclub muss Mammoth manchmal doch sein.

Der Local, der mir zuerst einen Whisky anbietet und dann die Vorzüge des Skigebiets preist „a different approach of skiing, less in verticals, more like motocross“.



Der Snowboarder aus Chicago, der mich erst darauf aufmerksam macht, dass Deer Valle und Alta Snowboarden verbieten, und der in Taos Mountain (New Mexico) , einem Gebiet, das auch einen Snowboarder-ban hatte, zufälligerweise an dem Tag da war, als dieser Ban aufgehoben wurde, und der an einem bestimmten Lift der erste Snowboarder war, der dort je gefahren ist.

Mit Ausnahme von David waren es auf maximal zwei Liftfahrten begrenzte Begegnungen. Ich bin dankbar für jede. 

Merry Christmas.

24.12.2016 Powder Mountain

Muss wirklich gut sein hier, wenn man eine solche Anreise mit dem Auto unternimmt (4730 ziemliche nasse Kilometer)

Es hat nicht so viel geschneit wie angekündigt - war meine Entscheidung, wegen des Wetters Jackson Hole zu streichen falsch? Aufgrund der Winterstorm Warnung habe ich mich kurzfristig dazu entschieden auf die 250 Meilen hinauf nach Jackson zu verzichten, eine Nacht länger in Utah zu bleiben und direkt nach Colorado zu fahren. Die Erlebnisse in Norwegen (Link) stecken noch immer in meinen Knochen, auf White-Out-Autofahren ohne Skjöring über Hunderte von Meilen habe ich keine Lust. Also wird das für heute geplante Vollprogramm aufgeteilt: Heute Powder Mountain, morgen Snowbasin.

Mein Mietwagen schafft es mit seinen All-Season-Pneus hinauf zum Summit von Powder Mountain, ohne dass ich die neu erworbenen Ketten montieren muss. Powder Mountain soll seit diesem Jahr das flächenmässig grösste Skigebiet der USA sein (Link). Aufgrund des starken Schneefalls kann ich das nicht einschätzen, es scheint sich aber einmal mehr eines der sonderbaren Messverfahren zu handeln, mit dem Skigebiete Aufmerksamkeit erhalten. Anyway, alleine die Tatsache, dass Powdermountain so gehandelt wird bestätigt: Europas Skigebiete sind den nordamerikanischen in Sachen Grösse und Verticals bei weitem voraus. Und wenn wir die Anzahl der Lifte dazu nehmen sowieso. Allerdings schaffen sie's hier, einem Lift locker 20 Abfahrten anzuhängen.





Leider sind die neuen Lifte in Powder Mountain geschlossen, und der Utah Powder ist nicht ganz so locker wie überall versprochen wird. Dennoch gibt es einige schöne Rides in einem eher flachen Gebiet, das an die Voralpen erinnert. Bevor der stärker werdende Schneefall doch noch ein Kettenaufziehen erzwingt verlasse ich Powderhausen wieder mit dem Gefühl, dass Grösse alleine doch nicht immer zählt.

Lifte (3)
Timberline, Paradis, Hidden Lake
Zuerst fand ich dieses Schild herzig - und dann war ich auch einer davon.


23.12.2016 Park City & the Canyons

Blick über das Hinterland von Utah. Es wird dann rasch wieder hügeliger.
Eigentlich ist der Titel ja falsch, denn seit Vail Resort die beiden Gebiete Park City und The Canyons gekauft und 2015 mit einer Gondelbahn verbunden hat zählt das gemäss dem WCS nur noch als ein Gebiet.

Der Mount Timpanagos (3582m) von Provo ...
... und von Herber City aus

Anfahrt nach Park City

Da Park City trotz seines Namens nur eine begrenzte Anzahl Park Plätze hat gilt hier für einmal die Early Bird-Regel, und da ich einmal mehr .... naja, ich fahre rüber nach The Canyons und da hats einen grossen schönen erst zur Hälfte gefüllten Parkplatz. Ich löse meinen Epic-Season Pass (nun habe ich sie alle: Mountain Collective, M.A.X.-Pass und Epic) und besteige die Cabriolet Bahn, die vom Parkplatz zur Front de Neige führt. Mein Weg führt mich direkt hinüber nach Park City - der mir bekanntere Namen zieht mich magisch an. Doch bald einmal beschleicht mich der Verdacht, dass ich auch hier falsch liegen könnte - wie bei Alta und Snowbird. Von der Fläche her scheint the Canyons um einiges grösser zu sein, und spätestens als mir bewusst wird, dass viele der Lifte, die ich sehe, gar nicht zu Park City sondern bereits zu Deer Valley gehören bin ich sicher, dass dem so ist.
Fantum – oder ein Ausblick auf kommende Zeiten?

In Park City konzentrieren sich die Lifte von mehren Seiten an eine Bergflanke. Diese bietet schöne Abfahrten in den Thaynes Canyon und mit dem Jupiter einen Off-Piste-Only Lift mit viel Charakter. Aber alles in Allem ist der Teil überschaubar. Das könnte auch geändert werden, wenn die Verbindung mit Deer Valley hergestellt würde. Die Lifte sind so nah, dass die Trennung der Gebiete wie ein Slap in the customers face wirken.

Ein etwas spezieller Sesselllifteinstieg am Thanyes
Jupiter - Off Piste only
Wie in the Canyons der Name bereits aussagt zieht sich das Skigebiet über eine Vielzahl kleiner Canyons und ist entsprechend weitläufiger. Nicht alles ist gut, aber Ninety Nine 90, Sun Peak und Orange Bubble Express bieten Zugang zu tollen Abfahrten.
Auch wenn das Gebiet nicht so alpin ist wie Snowbird macht es aufgrund seiner Weitläufigkeit grossen Spass. Beeindruckend auch die fetten Häuser, die in the Canyons im Wald verstreut herumstehen und bei denen mit Private Property-Schildern darauf hingewiesen wird, dass der Berg nicht allen gehört.
Real Estate with skiing - Deer Valley

Der wohl einzige Sessellift mit Bubble in den USA (bis dato 7.1.2017 zumindest)

Deer Valley Resort

Lifte (23)
Cabriolet, Red Pine Gondola, Quicksilver Gondola
Timberline, Iron Mountain, King Coin, Silverload, Thaynes, Jupiter, Motherload, Bonanza, McDonkey, Crescent, Dreamcatcher, Dreamscape, Flat Iron, Tombstone, Peak 5, Ninety-Nine 90, Saddleback, Sun Peak, Short Cut, Orange Bubble

Alles klar?