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Sonntag, 16. April 2017

14.-16. April 2017: Ostern in Scuol: Eight Shades of Blue

Ich bleibe dabei. Das hier sind die schönsten Berge der Welt.

Nach drei Jahren und zahlreichen Skireisen, die mich Distanzmässig mehr als einmal rund um die Welt führten, komme ich wieder einmal nach 'Hause', nach Scuol. Wie wenn mir das Unterengadin zum Empfang aufzeigen wollte, was ich in der Zeit alles verpasst habe, präsentiert es sich mir im strahlendstem Sonnenschein und blauem Himmel in acht Schattierungen.

Shade 1

Shade 2

Shade 4

Shade 5

Shade 6

Shade 7

Shade 8

Im Skigebiet hat sich Einiges zum Guten getan: Ich fahre zum ersten Mal den "neuen" Sessellift Prui (grosszügig, hier einen 6er Sessel hinzustellen) und die für mich neuen Pisten am Clünas und Champatsch - verbesserte Strecken- und generell breitere Pistenführung finde ich. Was leider geblieben ist: Die unsäglich schreckliche Ostalpen-Musik, mit der verkrampft eine Gemütlichkeit erzwungen werden will. Liebe Bergbeizer, geht mal nach Frankreich oder Italien und hört zu, wie man tatsächlich eine gemütliche Atmosphäre in ein Bergrestaurant bringt. Sicherlich nicht mit Endlosrepeat der letzten (oder vorletzten, die tönen alle gleich) Karnevals-CD. Wenn wir am Berg musikalisch was bewegt haben nehmen wir uns den Aprés Ski imTal zur Brust, da gibts genauso viel zu tun.
Einer der Orte des akustischen Grauens mit zahlreichen SkifahrerInnen, die gegen ihren Willen festgehalten werden.
Lifte neu (1):
Sessellift Prui

Aber Skifahren ist ja nicht nur, was am Berg geschieht, sondern auch, was einen unten erwartet.







9. April 2017: Neuanfang mit Espace San Bernardo

Morgenstimmung in Aosta, der Stadt, die uns nicht loslassen wollte.
 Zum Abschluss der Skisafari 2017 fahren wir nach La Thuile aber erst, nachdem alle Navigationsgeräte kontrolliert wurden. Ok, eine kleine Verfahrung gibts dann doch, aber im Vergleich zu gestern sind wir zügig aus Aosta draussen und fahren dem Mont Blanc entgegen, diesem atemberaubenden Berg, der sich mit seinen 4800 Metern vor uns aufbaut, unüberwindbar (beinahe). Immer wieder gibt die Strasse den Blick frei auf die Bergkette und wir staunen, bevor die menschenleere Autobahn vom nächsten Tunnel verschluckt wird.



Bei Pré-Saint-Didier (jaja liebe Le Pâquiers, ihr seid zu spät!) biegen wir auf die Passstrasse des Piccolo San Bernardo ein, die das Aostatal mit der Tarentaise verbindet. Die Strasse führt durch ein enges Tal, das sich plötzlich öffnet - und genau da steht La Thuile. Ich war bereits zweimal hier, aber das Wetter hatte noch nie mitgespielt (alte Berichte ), wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb ich nicht zu viel von dem Gebiet halte. Immerhin steht mein 2000. Lift hier, eine gewisse Verbundenheit mit La Thuile ist also vorhanden.

Heute Verbindendes

und früher Trennendes (Fort)

Heute aber herrscht Sonne pur, ein ganz neues Gefühl für mich hier und ein Neuanfang für uns quasi. Wir nehmen die Funiculaire hinauf zur Les Suches und begeben uns auf die Reise nach Frankreich. Dazu hangeln wir uns verschiedene Liften entlang nach Westen, bis wir am Belvedere die Grenze überqueren. Auf der französischen Seite öffnet sich der Blick auf beeindruckende Weise in das Tal der Isère und gibt das Skigigantomanie-Panorama auf die Skigebiete Val d'Isére,  Sainte Foy Tarentaise und Les Arcs - La Plagne frei. Auf einen Schlag sehen wir quasi 270 Lifte (wenn ich die 35 Lifte von La Thuile/Le Rosière auch dazu zähle). Etwas naiv glauben wir dann sogar bis nach Séez (1100m) abfahren zu können, doch soweit kommt mir das Gebiet dann doch nicht entgegen - ich werde wohl noch einmal herkommen müssen.
Mont Blanc

Mont Pourri

Hätte ja sein können. War's aber nicht: Séez

Sonnenschein und blauer Himmel tragen zwar zu einem angenehmen Skierlebnis und zu faszinierenden Aussichten auf die Berge bei, das Skigebiet selbst machen sie aber nicht besser. So bestätigen sich meine 2007 und 2008 gesammelten Eindrücke eines zwar grossen aber skitechnisch unspektakulären Skigebiets (und aufgrund der Meinungen meine Mitfahrerinnen lasse ich auch keine self fulfilling Prophecy gelten). Ausnahmen sind die Ausblicke auf Mont Blanc und Mont Pourri, der Tageskartenpreis von 36€ für 35 Lifte (die billigste Tageskarte in diesem Winter) und die sehr sehr geile Piste 3 Franco Bernardo, die Weltcupstrecke hinunter nach La Thuile, eine der besten Weltcupabfahrten, die ich gefahren bin.





Neue Lifte 8: (* seit 2008 neu gebaut):
Plan du Repos*, Fort*, Chalet Express
Clarine I, Clarine II, Lièvre Blanc I, Dahu, Bellecombe

Auf dem Weg zurück nach Zürich. Auch schön finde ich.


Sonntag, 9. April 2017

8. April 2017: Monterosa (Champoluc/Gressoney/Alagna)

Blick hinüber nach Gabiet

Nach dem gestrigen Abend fällt heute das Aufstehen nicht allen gleich leicht. Das ist jedoch nur bedingt der Grund, dass wir kaum aus Aosta hinausfinden, drei von vier Autos zuerst in Richtung Monte Biancho statt Torino fahren und immerhin eines von vier zuerst das Valtounenche nach Cervinia hineinfährt statt nach Champoluc im Val d'Ayas.

Irgendwann haben wir's dann doch alle geschafft und fahren von Champoluc hinauf ins Skigebiet "Monterosa", das auf der Südseite des höchsten Schweizer Gipfels liegt. Wir sehen also die ganze Zeit auf die Berge (Matterhorn 4479, Breithorn 4164, Liskamm 4527, Monte Rosa 4634) die wir von Zermatt aus ganz anders kennen.


2007 hatte ich das Gebiet bereits einmal besucht - ohne Erfolg, der Wind liess mich nicht einmal in die Nähe des Übergangs Colle Bettaforte hinüber nach Greyssoney. Dieses Mal ist alles anders: Strahlend blauer Himmel, kein Wind weit und breit. Damit kann ich heute endlich das ganze Gebiet befahren, das sich über zwei Pässe und drei Täler hinzieht. Die Abfahrten sind allesamt toll, und oft ziemlich lang. Besonders lang sind ist die Talabfahrt hinunter nach Alagna. Die Piste vom Passo Salati (2971) bis Pianalunga (2046) ist supertoll, doch wir wollen weiter. Obwohl gesperrt machen wir uns auf den Weg hinunter nach Alagna, uns wurde gesagt, es gäbe eine Zwischenstation bei der Gondelbahn, was wir so interpretierten, dass wir immer noch umkehren könnten, wenn es wirklich schlimm ist mit dem Schnee. Die Abfahrt beginnt wie gesperrte Frühlingspisten beginnen: Die Spuren des Pisten Bullys sind noch zu sehen, doch das Auftauen und Gefrieren haben die Rillen der Walze bereits ineinander zerfliessen lassen. Die Schwünge machen Spass, bis der Schnee endet. Wir schnallen die Ski ab, laufen ein paar Meter über die mit Krokussen und Génépy bewachsene Wiese bis zum nächsten Schneeband und fahren weiter.  Je weiter wir kommen desto länger werden die Lauf- und kürzer die Fahrstrecken, bis es in Dosso, einem kleinen Weiler oberhalb Alagna, fertig ist mit lustig. Die Einheimischen sind sich nicht ganz einig wo's weiter geht oder wir verstehen einfach nicht: Auf jeden Fall beginnt der Fussmarsch aus Dosso wie die Abfahrt aus Aosta: Wir suchen den Weg und finden ihn nur mit Mühe. Doch einmal richtig aufgespurt erreichen wir nach einer Viertelstunde das kleine Walserdorf Alagna und die Gondelbahn (und nein, sie hat keine Zwischenstation).

Niemand kann sagen er hätte nichts gewusst.

Alagna - lovely

Schnee!

Walking.

Alagna - finally

Wieder oben besuchen wir die alte leerstehende Seilbahnstation Borchetta delle Pisse, einer schweigenden Zeugin der bewegenden Geschichte des Gebiets von Alagna . Noch weiter oben nehmen wir die Seilbahn hinauf zur Punta Indren (3275) am Fusse des Liskamms (ok, von da gehts noch 1300 Höhenmeter weiter hinauf). Inmitten von Hochgebirgsgängern fühlen wir uns ohne Rucksack, Seil und Eispickel für eine kurze Zeit fehl am Platz, doch bald merken wir, dass die Hochgerüsteten weiter hinauf steigen während wir nur runterfahren wollen. Die Abfahrt selbst im unpräparierten Gelände ist abgesehen vom schweren Schnee harmlos (wenn man die richtigen Ski dabei hat :-)) und abgesehen von einem kurzen Couloir (das jedoch breit genug ist für breite Schwünge).



Champoluc
Alagna
Borchetta delle Pisse

Wir fahren weiter die Talabfahrt "Moos" hinunter nach Gressoney, wo wir den Flüssigkeitsverlust ausgleichen können. Dann weiter mit Seilbahn und Sesselbahn hinauf zur Colle Bettaforte und von dort in Richtung Champoluc bis zur Rifugio Belvedere, wo wir die Sonne geniessen und noch etwas trinken wollen. Doch kaum haben wir die Getränke erhalten taucht schon ein Polizist auf (jaja, nicht nur in Canada ist die Polizei auf der Piste) und stellt uns ein Ultimatum: "Cinque Minuti", bis wir gehen müssen. Also wird's nichts mit gemütlichem Ausklingen lassen. Und das ist gut so, denn die Abfahrt besteht aus 900 rassigen Höhenmetern hinunter nach Champoluc - gemütlich ist anders! Und so beschliessen wir einen tollen Skitag in einem tollen Skigebiet mit einer tollen Skiabfahrt und für einmal ohne uns zu verfahren.
Matterhorn (sieht von Süden ganz anders aus)

Lifte folgen


7. April 2017 - Skisafari Valle d'Aosta: PIla

4000er von west bis ost
Die Skisafari 2017 findet im Valle d'Aosta statt, für mich eines der schönsten Täler überhaupt. Gestern sind wir von Zürich nach Martigny gefahren um dort Zwischenstation zu machen, nun fahren wir über den Grossen Sankt Bernard hinunter nach Aosta und dann gleich wieder hinauf nach Pila, dem Hausgebiet von Aosta. Das Skigebiet ist unverändert, bis auf die Gondelbahn, die 2008 neu gebaut wurde (und uns zwang mit dem Auto hoch zu fahren) und eine neue Piste am Couis I. Aus der Mitte der Stadt führt diese Bahn 1300 Höhenmeter hinauf in das auf einer Terrasse gelegene Gebiet. Schnee liegt dank der nordseitigen Ausrichtung noch genügend, die Aussicht ist wie immer fantastisch. Wir geniessen das Frühlingsskifahren und freuen uns über die neue schwarze Piste, die östlich vom Couis I über die steilen Flanken des Pointe Monpers führt.

Wir nehmen die Gondelbahn hinunter nach Aosta, es ist sommerlich warm und bleibt es auch den Abend hindurch. Aosta war bereits bei den Römern beliebt, die Altstadt ist äusserst hübsch und so macht der Aprés Ski à la Aostienne besonders Freude. 

Aosta mit neuer Gondel
Pila Skiresort - Couis I befindet sich links beim Schatten
Cogne
Mont Blanc
und wieder hinunter

Sonntag, 12. März 2017

March 4th 2017 (S)Kitimat-Closing: Cypress Mountain

Links Vancouver









Ich/ habe ein paar Tage gebraucht um mich aufzuraffen und diesen letzten Eintrag zu schreiben. Der Abschied von Nordamerika, die Rückkehr, das Ankommen hat Energie gebraucht. Und der fehlende letzte Blogeintrag hält das Ende der Reise noch offen. Naja. 

Zuerst noch was zum Namen dieser Tour: "Kitimat" in the Tsimshian language refers to the Haisla First Nation as the "People of the Snow" (Wikipedia). Damit wäre das auch geklärt.


Aber: Face it. Nach dem Aprés Ski in Downtown Vancouver fiel uns das Aufstehen schwer. Der Blick aus dem 21. Stockwerk des Hotels aufs Meer und die Berge half ein wenig – der Wetterbericht war wieder einmal falsch, die Sonne schien! Vor dem Abflug am Abend stand als letztes Gebiet Cypress Mountain auf dem Programm, in dem an den 2010 Olympics Freestyle (Mike Schmid) und Snowboard (Shaun White) durchgeführt wurden. Nach unserem Standardfrühstück bei Starbucks fuhren wir die Kehren hinauf zum Skigebiet, mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht über Vancouver und die Georgia Strait beeindruckender. Oben dann hiess es erst einmal gehen – wir waren viel zu spät für einen Parkplatz nahe der Bahn. Und der Parkplatz war riesig!

Das Skigebiet verteilt sich auf zwei Seiten: Den Black Mountain mit 2 Liften, Austragungsort des Skicross, mit einigen netten Pisten und vor allem mit der Piste Benny’s, von der wir unerwarteter Weise unter der Nebeldecke einen Blick auf Downtown Vancouver erhielten! Davon hatte ich seit meinem ersten Aufenthalt hier im Sommer 1994 geträumt – Skifahren und auf Downtown schauen (das Nachtskifahren auf Grouse Mountain hole ich bald nach). Was für ein wunderschöner Ort! Wir wechselten die Seite zum Mount Strachan, auch von dort gab’s den Blick nach Downtown aber auch – von ganz oben - in die Horseshoe Bay, und das beim Skifahren auf der Double Diamond „Top Gun“, unserer zweitletzten Abfahrt auf dieser Reise, die noch einmal das beinhaltete, was ich hier so zu lieben gelernt habe: Das Skifahren durch die Trees in steilem Gelände. I’m gonna miss it. Aber nicht nur das.

Vancouver - Georgia Strait
Sky Chair
Blick zur Horseshoe Bay
 Wir stiegen ins Auto und fuhren zurück nach Vancouver, hinüber zum Airport, gaben unser Auto ab, entledigten uns unserer Skikleider, packten unsere Sachen um und gaben unser Gepäck auf. Die letzte Möglichkeit hier zu bleiben war die Einladung von Air Canada noch einen Tag zu verlängern, weil der Flieger überbucht war. Aber auch diese liess ich verstreichen. Face it, die Rückkehr ist unvermeidlich. Bye bye, time of my life.


Lifte Cypress (5): Eagle Express, Raven Ridge Quad, Easy Rider, Lions Express,  Sky Chair.

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Es ist wirklich - wirklich gefährlich. Oder?