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Samstag, 16. Februar 2019

15. Februar 2019: Grand Slam in Oberstdorf und Kleinwalsertal


11 Jahre ist es her, seit meinem letzten Besuch hier (Link) und weil nun Freunde aus Köln ihre Skiferien hier verbringen packen wir die Ski und fahren durchs tiefverschneite Voralberg und das noch tiefer verschneite Balderschwang hin in eine der deutschen Wintersportmetropolen: Oberstdorf.
Hier gibts mit dem Oberstdorf-Kleinwalsertal-Pass eine interessante Skipassoption, die 5 Gebiete umfasst - und 4 davon stehen heute auf dem Programm.









Nebelhorn
Auf diesen Klassiker habe ich mich schon lange gefreut und heute ist es soweit - so ganz und gar nicht dem Namen entsprechend bei schönstem Wetter. Wir sind für unsere Verhältnisse früh an der Talstation, weil die Kabinenbahn, die in drei Sektionen auf den Gipfel führt, eine eher kleine Kapazität hat und wir nicht anstehen wollen. Es lohnt sich, wir sind mit den ersten auf dem Berg und geniessen kurz die Aussicht und länger die frisch präparierten Pisten. Oben hat es einige schöne, von zwei Sesselliften bediente Abfahrten, die Talabfahrt führt sogar über eine zwischen Höfatsblick und Seealpe und ausschliesslich schwarze Piste. Das letzte Stück bis Oberstdorf ist dann eine schöne Waldabfahrt, die ganz zum Schluss an der Schattenbergschanze (HS137) endet. Die Flugschanze (HS235) befindet sich einige Kilometer weiter weg - ich sagte ja, Wintersportmetropole.

Lifte 6
Seilbahnen: Nebelhorn 1, Nebelhorn 2, Nebelhorn 3
Sesselbahnen: Koblat, Sonngehren
Skilift: Seealp



Ifen
Wir fahren hinein ins Kleinwalsertal und damit nach Österreich. Alles derselbe Kartenvebund. Wenn man könnte könnte man den Bus von den anderen Skigebieten (Kanzelwand/Fellhorn und Parsenn) dorthin nehmen. Mit unserem Auftrag können wir das nicht. Der Parkplatz zieht sich ziemlich lange die Strasse hinauf bis zur Talstation der beiden Lifte, die es hier gibt. Die neue Gondelbahn führt über zwei Sektionen bis ganz hinauf, der ebenfalls neue Sessellift endet etwas oberhalb der Zwischenstation. Die Pisten – von unten gesehen links (schwarz) – sind sehr interessant, die anderen kann ich nicht beurteilen. Glücklich schätzten wir uns, dass wir dieses extrem nach Süden ausgerichtete Gebiet am Vormittag besuchten. Der Schnee war gerade so an der Kippe, am Nachmittag wäre das Vergnügen wohl geringer gewesen.

Lifte 4
Gondelbahnen: Ifen 1, Ifen 2
Sesselbahn: Olympiabahn
Skilift Gaisbühllift




Walmendingerhorn-Heuberg
Dieses Gebiet ist ziemlich speziell. Es besteht eigentlich aus drei einzelnen Gebieten der Gemeinden Mittelberg - Walmendingerhorn, Hirschegg - Heuberg und Riezlern - Parsenn. Verbunden sind diese Gebiete durch Skigleitwege (!) und erlauben so ein hin- und hercruisen, es gibt sogar einen Shuttlebus nach Ifen. Die Qualität der Teilgebiete varriert dann stark. Am Walmendingerhorn hat es zwei schöne wenn auch kürzere Sessellifte, die eine Handvoll schöne Pisten erschliessen. Der Heuberg hat ein paar kurze Abfahrten über Almweiden und durch den Ort Hirschegg und die Parsenn hat so gar nichts mit der Namensschwester in der Schweiz gemeinsam - sehr flach ist die österreichische Variante.

Lifte 12
Seilbahn: Walmendingerhornbahn
Kombibahn: Parsenn
Sesselbahnen: Muttelberg, Walmendingerhorn, Zafernalift, Heuberg
Skilifte: Jedermannlift, Maisässlift, Mooslift, Schlossleitlift, Heubergmulde, Schöntal



Söllereck
Zum Abschluss gehts zum Söllereck. Eher flach mit den Ausnahmen Schrattenwang und Ochsenhöfle und dem Höhepunkt, dem mit 2000 Metern längsten Schlepplift Deutschlands, den Höllwieslift. Die Abfahrt dort hinunter ist auch schön: Keine Menschenseele unterwegs und sanftes coupiertes Gelände.

Gondelbahn: Söllereckbahn
Skilifte: Höllwies, Schrattenwang, Ochsenhöfle

Donnerstag, 14. Februar 2019

13. February 2019: Pre-Valentine: Nightski im Atzmännig

Upside: Skifahren am Feierabend

Weil ich am Valentine selbst auf Achse bin - more to follow here - geht's zum Pre-Valentine-Surprise ins Atzmännig. Eine kurze Fahrt nur von Zürich aus und wir sind im tief verschneiten Goldingertal. Der beleuchtete Brustenegg Lift lädt zu kurzen Fahrten ein über sanfte Pisten mit butterweichem Schnee. Inbegriffen im Ticket ist auch ein Fondue in der heimeligen Brustenegg-Hütte - offensichtlich 2015 neu gestaltet, erinnere mich noch an unser letztes Mal hier, da war's eine Barracke. Nach dem Käse nochmals ein paar Abfahrten und zum Schluss ein wehmütiger Blick auf den geschlossenen Lift - schön wars hier!


Downside: Der Frust, wenn es vorbei ist

Sonntag, 3. Februar 2019

27. Januar 2019 Czech-Ski: Černá Hora, Herlíkovice-Bubákov, Spindlermühle (Špindlerův Mlýn)

Der tschechische Aprés Ski war lecker, das Aufstehen war dann dann auf erstaunliche Weise gut. Es hat leicht geschneit über Nacht, wir dürfen also das Auto wieder vom Schnee befreien. bevor wir uns auf den Weg nach Cerna Hora (Johannisbad).





Černá Hora
Dieses Gebiet ist Namengeber für den gleichnamigen Liftverbund, in dem vier andere Skigebiete verbunden sind und der uns auch eine Skitour ermöglicht hätte mit Ratrack und Busverbindung, wenn wir denn mehr Zeit gehabt hätten.
Verbindung zur Skisafari alle 15 Minuten

Die Infrastruktur ist topmodern, die Pisten sind top präpariert und der Schnee ist sahneweich. Trotz null Sicht macht das Skifahren hier Spass - die Pisten sind alle an einem Hang gelegen und ziehen durch die Wälder - unten gibt es ein ziemlich grosses Anfängerparadies. Anstehen gibts nur an der Gondelbahn und der Parkplatzwart kann deutsch und Kreditkarte, was der Ticketautomat nicht kann.

Lifte 5
Gondelbahn
Sessllifte 2
Skilifte 2

Mittendrin statt nur dabei

aber es geht auch gemütlicher hier.



Herlíkovice-Bubákov
Erst beim nächsten Skigebiet - Cerny Dul - holt und der gestrige Tag ein. Diesmal drehen wir bereits nach wenigen Minuten wieder um, nachdem wir nicht direkt zum Parkplatz kommen, und erreichen nach ein paar Minuten Fahrt Herlíkovice-Bubákov. Die Skigebeitsdichte ist wirklich  beeindruckend, weil wir nur schon auf diesen paar Kilometern ein paar kleinere Gebiete unbesucht auf der Seite lassen müssen. Der Einstieg ins Gebiet ist mit einer Stöckli-Fahne und einer Gondelbahn gekennzeichnet. Das Gebiet besteht aus zwei Teilen, einem flacheren Teil "vorne" und einem steileren am 1019m hohen Predni Zaly gelegen, wo Rennen statt finden und maximal 450m verticals möglich sind. Verbunden sind die beiden Gebiete mit einem Schlepplift, der kurz und interessant ist. Auch hier macht Skifahren Spass, zumindest auf dem ersten Teil der Abfahrt, auf dem die Beine noch nicht schmerzen. Telemarken hier scheint anstrengender zu sein als in den Alpen.

Lifte 6
Gondelbahn
Sessellifte 2
Skilifte 3

Spindlermühle (Špindlerův Mlýn)
Wir setzen einen Haken hinter Herlíkovice-Bubákov, denn eigentlich war das Hauptziel immer der Weltcuport Spindlermühle, keine 15 km weiter das Tal hinein. Wir steuern den ersten Lift an, der uns angeboten wird - den Labska - und kommen rasch auf die Welt. Was wie ein verbundenes Skigebiet aussieht sind in Spinderlmühle in Tat und Wahrheit mindestens 5 Teilgebiete. Da wir das nicht akzeptieren können (und auch weil die Zeit langsam eilt) verbinden wir Labska und Medvedin mit viel Langlauf, nur, um am zweiten Lift dann einmal in der Nebelsuppe hoch- und wieder runter zu fahren. Ein harter Einstieg den uns da Spindlermühle bietet.
Nordisch in Spindlermühle - hier die Verbindungs"Piste"
Die Weltcup-Piste

Anschliessend fahren wir dann doch mit dem Auto an den Fuss der Weltcup-Piste, die das Steilste und Breiteste bietet, das wir in diesen Tagen fahren. Die Talstationen bei den beiden 6er-Sesselliften sind topmodern und bieten alles, was modernes Skifahren bieten kann, sogar den Zufall, dass ich mit dem Vater einer Studentin Lift fahre, die an der ETH studiert. Er konnte es kaum glauben, dass Leute aus der Schweiz hier zum Skifahren kommen. Nun, wir taten es und zwar mit Freude, bevor unser Weg drei Stunden lang durch Landschaften und an polnischen Kohlekraftwerken vorbei nach Dresden führt.

Lifte Labska/Medvedin: 2
Lifte Hromovka: 4

Kurz vor Liberec grüsst uns die Sonne dann doch noch.

Montag, 28. Januar 2019

26. Januar 2019: Polski: Świeradów Zdrój ud Karpacz

Snierska
Zum ersten Mal startet eine Boucle in der Stadt der Berge – Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Friedrichshain. Geplant war nur ein kurzer Aufenthalt in Berlin, es wurde dann ein längerer, weil die Gepäckabfertigung unglaubliche 60 Minuten dauerte. Dabei stand der Flieger direkt vor dem Terminal, genauso wie Martin, der mich abholte und gleich nach Cottbus und zum Hotel fuhr. Also genau genommen startete diese Boucle in Cottbus wo am nächsten Tag ein frisch verschneiter Parkplatz grüsste.

Da war die Welt noch in Ordnung.
Wörtlich nehmen.
Ich war noch nie in Polen und schon gar noch nie mit den Ski und man hätte es auch nicht bemerkt, dass wir die Grenze überquert hatten, wenn nicht die Autobahn etwas weniger gut im Schuss gewesen wäre. Mir gefällt dieses grenzenlose Reisen, ich verstehe nicht, dass diese Errungenschaft der EU von den Menschen nicht stärker geschätzt wird. Ziemlich bald fahren wir im Schneetreiben durch die polnischen Lande, von Bergen oder Hügeln ist weit  und breit nichts zu sehen. Unterwegs nutze ich die Gelegenheit um Vorurteile rasch abzubauen (ja, sie nehmen Kreditkarten – beinahe überall, ausser an den Parkplätzen, dort wollen sie Bares, es darf aber auch Euro sein). Überall stehen ATMs, also kann auch dies garantiert werden.
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Świeradów Zdrój -Bad Flinsberg – Ein Lift, eine Piste, ein Gebiet, ein Land und ein Abenteuer.

Langsam wird’s hügeliger und wir fahren nach zwei Stunden Fahrt in Bad Flinsburg ein – schlagartig wird es touristisch. Der Ort hat zwar nur eine Gondelbahn, aber die scheint zu ziehen. Oben dann Sturm und Winter, so wie es sich für einen Januar-Tag gehört. Die Abfahrt selbst lebt dann von der Tatsache, dass sie meine erste in Polen ist. Das wars dann auch bereits von hier. Wenn mal wer da hin will, let me know, ich hab noch zwei Bergfahrten auf meiner Karte. Spannend wurde dann die Abfahrt mit dem Auto. Es schneite ununterbrochen, die Strasse war Schmierseife. Gut zeigte uns das Navi vom Parplatz aus eine Alternativroute an, direkt in den Ort und nicht wie befürchtet zuerst den Berg hoch – wahrscheinlich wären wir da nicht hochgekommen. Etwas überrascht waren wir dann, als die Strasse plötzlich steiler und steiler wurde, schmal war sie ohnehin. Unser Auto wurde schneller und schneller und nähert sich dem entgegenkommenden Fahrzeug auf dieser viel zu schmalen Strasse, auf der sich auch noch zahlreiche Fussgänger befanden. „Ich kann nicht mehr bremsen“. Wir schlitterten bedrohlich dem viel zu frühen Ende unserer Boucle entgegen, ich spürte bereits die beiden Wagen ineinander krachen – also eher unseren in den anderen -, hörte das spezielle Geräusch, wenn Karrosserien aufeinander treffen. Doch ich machte die Rechnung ohne die Erfahrung des Fahrers. Martin war bereits auf einer der bedrohlichsten Bobfahrten, die ich je in einem Auto erlebt habe, an den Seilen – in Revelstoke wars eine 10 minütige – oder stundenlange? – Schlittenfahrt auf einer total vereisten Spur ohne Möglichkeit, die Spur zu verlassen. Diesmal wars Schmierseife und rechts war ein weicher Schneehaufen am Strassenrand, den Martin zielgenau ansteuerte und den Wagen so elegant zum Stillstand brachte. Ich war beeindruckt und bin es jetzt noch. Sofort standen zahlreiche Polen ums Auto und halfen es wieder in die Strasse zu schieben, sobald diese frei wurde. Das Problem: Das Auto war noch immer nicht zu bremsen. Ich schlug vor im Rückwärtsgang vorwärts zu schlittern, am Ende wars die Handbremse, die nicht richtig gelöst wurde und dabei half, das Auto die Strasse soweit hinunter zu fahren, bis sie flacher wurde. Dass Bad Flinsburg so viel Adrenalin frei setzen würde hätte ich mir nicht mal im Traum zu träumen gewagt.
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Świeradów Zdrój Lift 1
Gondelbahn 


Szklarska Poręba – Schreiberhau
Wir fahren weiter zu unserem nächsten Ziel. Szklarska Poręba ist noch einmal eine Ladung touristischer, überall Hotels, Boutiquen, Essens- und Trinkgelegenheiten. Wir biegen in die Strasse zum Skigebiet ab und ich sag noch: Komisch, da ist gar nichts los, als wir nochmals eine Ecke weiter im Stau stehen. Nach 50 Minuten wenden wir und fahren weiter. 

So hätte es ausgesehen wenn wir einen Parkplatz gefunden hätten

Karpacz
Der nächste Ort ist Karpacz. Er liegt eine Ecke weiter am Fusse der 1603 Meter hohen Sniezka, Snezka oder Schneekoppe gelegen. Wir finden einen Parkplatz beim modernen 6er.Sessellift Winterpol White Jar, der in der Ortsmitte losgeht und eine Verbindung zum eigentlichen Skigebiet zu sein scheint. 

Rechts der Lift, links der Weg zum anderen Skigebiet. Deer Valley lässt grüssen.

Leider nur scheint, und so steigen wir wieder ein und fahren hoch zur Bergstation des besagten Sessellifts, wo wir erneut parkieren und den Weg zur Talstation des Skigebiets Sniezka hinauf gehen. Dort steht der Lift hinauf zum Gipfel still, doch ein paar andere laufen und in Richtung Zlotowka finden wir sogar noch ein paar kurze Hängchen für ein paar Schwünge. Wenn der Lift ganz hoch läuft kann es hier wahrscheinlich sogar richtig Spass machen. Für uns war es die Rettung eines nicht-eigentlichen Skitags, bevor wir uns auf den Weg nach Trutnov machten.

Snowghosts
Eine wunderschöne verschneite Strasse, die uns von der polnischen Seite über die Hügel des Riesengebirges und über den Pass bei Mala Upa auf 1040 Meter hinunter nach Trutnov in Tschechien führte, nicht ohne nochmals eine kleine Schiebaktion die 20 Meter kurz vor der Grenze. Pomezni Boudy .Das Abendessen in Trutnov war dann mehr als verdient.

Karpacz Lifte 4
Sessellift: Liczykrupa
Skilifte: Euro, Grosik, Zlotoowka
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Trutnov